Wissenswertes

 

Jede Katze ist eine einzigartige Persönlichkeit mit ganz eigenen Charaktereigenschaften. Sie kann scheu, verschmust, ängstlich, lebhaft u.a. sein.

 

Das hängt davon ab, wie sie aufgewachsen ist, bzw. wie sie sozialisiert wurde.

Dazu gehören die frühen Lernerfahrungen in der Katzenfamilie sowie frühe und spätere Erfahrungen und Erlebnisse mit Menschen und anderen Katzen/Tieren.

Ihr Verhalten und Aussehen werden jedoch auch von ihrer Rasse-Zugehörigkeit geprägt.

 

Jede Katze reagiert deshalb auch individuell unterschiedlich auf Umweltreize oder Anforderungen, denen sie in ihrem Leben ausgesetzt ist.

 

Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, ist es wichtig, die Katze in ihrem vielfältigen Ausdrucksverhalten zu verstehen. Körpersprache - Mimik - Gestik - Lautsprache.

Im Verlauf des Berufs/Alltags ist es oft schwierig, sich selbst etwas Zeit zum Erholen und Ausspannen zu gönnen. Katzen haben ein sehr feines Gespür, ob wir auch wirklich bei der Sache sind und ihnen ungeteilte Aufmerksamkeit schenken.

 

Auch bei Katzen gilt es, den Wunsch nach Nähe und Distanz zu beachten und zu respektieren.

 

Bei einer engen sozialen Bindung spürt die Katze den Stress, die Ängste, den Ärger oder die Trauer des Menschen. Katzen spiegeln daher in ihrem Verhalten oft Konflikte wider, die sich in ihrem unmittelbaren Umfeld abspielen. Sie reagieren oftmals empfindlich auf Disharmonien.

 

Die Ursache von Verhaltensauffälligkeiten findet man sowohl in seelischen als auch in körperlichen/gesundheitlichen Problemen.

 

Häufig wird eine Absicht oder Böswilligkeit des Verhaltens der Katze vermutet. Das ist jedoch oftmals ein seelischer Hilferuf, der Angst oder Enttäuschung/Frust als Ursache hat. Die Katze will Sie damit nicht ärgern. Bitte strafen Sie deshalb Ihre Katze nicht! Das verschlimmert das Verhaltensproblem eher und beeinträchtigt das Vertrauen zwischen Ihnen Beiden.

Wichtig ist es, sich die Sozialisation, die Ursachen und Auslöser für das unerwünschte Verhalten sowie die Lebensbedingungen der Katze anzuschauen, damit eine Verhaltensänderung bewirkt werden kann.

Verhaltensprobleme und Verhaltensstörungen

 

Dr. Steinkamp, Julia: Untersuchung der Einflussfaktoren auf die Mensch-Katze-Beziehung und die Wahrnehmung von Verhaltensproblemen bei Katzen 1. Auflage 2016, Verlag DVGS GmbH, Gießen:

 

"Ein Verhaltensproblem ist ein Normalverhalten einer Spezies, welches jedoch vom Menschen als störend empfunden wird, da es in seiner Ausprägung in einem bestimmten örtlichen oder zeitlichen Kontext für den Menschen unästhetisch oder mit Unannehmlichkeiten verbunden ist."

 

"Eine Verhaltensstörung wird als „jedes von der Norm abweichende Verhalten“ definiert (Immelmann, 1982). Verhaltensstörungen kennzeichnen sich durch erhebliche oder andauernde Störungen physiologischer Verhaltensmuster. Sie beeinträchtigen die normalen Aktivitäten und die Beziehungen zur sozialen und unbelebten Umwelt (Schroll und Dehasse, 2015b)."